Heute ist es anders. Zwar kocht es meine Mutter weiterhin für uns, nur einmal im Jahr, aber vor allem mit diesem klassichen wenn auch aufwändiges Rezept, das zu einem richtig leckeren Gratin führt, bei dem wirklich alle an dem Tisch um Nachschub beten. Ich habe nur fotografiert, und übersetzt, inklusive die Notizen, die meine Mutter gemacht hat. Sie ist zum Beispiel der Meinung, dass das Rezept zuviel Geflügelvelouté vorsieht. Noch was: Die Cardys selbst werden bei uns am Vortag schon geputzt, geschnitten und in Essig- oder Zitronenwasser gelegt, und je nach Zeitplan sogar schon vorgekocht, damit man an dem Tag, an dem es serviert wird, nicht mehr soviel Etappen durchzumachen hat. Um das Knochenmark sollte man sich auch zeitig kümmern, denn es läßt sich nicht immer leicht vom Knochen lösen.
Cardon vor einem Gemüseladen in Aubenas, Ardèche
Cardy Gratin mit Knochenmark (aus Georges Blanc cuisine en famille. Recettes, secrets et conseils d'un grand chef, durch meine Mutter leicht abgeändert)
Fur 8 Personen
1 Cardy-Fuß
5 oder 6 Knochen mit Knochenmark, vom Metzger gesägt
1 Liter Geflügelbouillon (oder eher weniger als mehr)
3 EL Mehl
1 Zitrone
2 gehackte Schalotten
100 g Butter
10cl Sahne
Essig
Grober Salz, feiner Salz, Pfeffer
Um die Cardons zu vorbereiten, ein „Blanc“ machen: In einem von der Größe her passenden Topf 1 EL Mehl in Wasser auflösen und mit 3 Liter Wasser zum kochen bringen. Saft eider halben Zitrone dazu geben, grober Salz und Pfeffer. Die Cardystücke hinzugeben und bedeckt 1h30 bis 2h kochen, aber regelmaessig ruehren, damit nichts haftet. Dann abtropfen und zur Seite stellen.
Mit den Schalotten, 80g Butter und 60g Mehl ein Roux vorbereiten. Mit dem Bouillon ca. 30 Minuten kochen. Durch ein Haarsieb passieren, und 10cl Sahne geben.
In eine große gebutterte Gratinform den Cardon Schichtweise mit Markstücke legen, und mit dem Geflügelvelouté nappieren. Im heißen Ofen (180C) gratinieren, bei Bedarf unter dem Grill, optional mit Greyerzer. Heiß servieren.
Was man noch wissen kann: